Hans-Flesch-Gesellschaft

Forum für akustische Kunst

Hans Flesch

18. Dezember 1896 Hans Flesch wird in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Notabitur (1914) meldet er sich freiwillig an die Front. Er beginnt ein Medizinstudium, das er nach dem ‚Familienrat‘ mit Promotion abschließt, bevor er der Anfrage, als künstlerischer Leiter beim ‚Unternehmen Rundfunk‘ einzusteigen, nachkommt.
Aus der Medizin in die Kunst: dieser seltsam scheinende Sprung kam mir durchaus nicht ungelegen; ich wäre vielleicht kein schlechter oder gar ein gleichgültiger Arzt geworden, denn jede geistige Beschäftigung kann dem Geistig-Regsamen irgendwie ‚Kunst‘ sein, kann ihn aus dem Verwaltenden zum Schaffenden machen. Aber es ist leichter zu schaffen und zu schöpfen, wenn die ganze Liebe der Arbeit gehört und nicht nur die Liebe des Verstandes, die wir ‚Interesse‘ nennen.
29. Oktober 1923 Die ‚Deutsche Stunde, Gesellschaft für drahtlose Belehrung und Unterhaltung mbH‘, gegründet am 22. Mai 1922, strahlt die erste Unterhaltungssendung aus dem Vox-Haus in Berlin aus. Am 10. Dezember 1923 wird sie abgelöst von der regionalen Sendegesellschaft Funk-Stunde AG Berlin.
Meine Damen und Herren, wir machen Ihnen davon Mitteilung, dass am heutigen Tage der Unterhaltungsrundfunkdienst mit Verbreitung von Musikvorführungen auf drahtlos-telephonischem Wege beginnt. Die Benutzung ist genehmigungspflichtig.
1. April 1924 Die Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG startet ihren Sendebetrieb aus einem Studio im Postscheckamt in der Frankfurter Innenstadt. Dr. Hans Flesch wird ihr künstlerischer Leiter.
24. Oktober 1924 Das erste deutsche Hörspiel „Zauberei auf dem Sender. Der Versuch einer Sendespiel-Groteske“, geschrieben und inszeniert von Hans Flesch, wird live übertragen.
Dann die (zweite) Möglichkeit des Rundfunks, wo er als selbständige Kunstgattung auftritt: die ‚Sendespiele‘. Einmal habe ich den Versuch unternommen, ein rundfunk-charakteristisches Hörspiel zu schaffen, schrieb – als Nichtschriftsteller, als Theoretiker eigentlich – die ‚Zauberei auf dem Sender‘, um durch den Zusammenklang der Geräusche eine rundfunkeigentümliche Kunstgattung anzudeuten; diese Groteske wäre nie auf die Bühne oder in den Konzertsaat übertragbar, und das ist das Entscheidende.

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