Hans-Flesch-Gesellschaft

Forum für akustische Kunst

Denken, Hören, Treffen

Veranstaltung: “Zeiten des Aufbruchs. …”

…Der lange Sommer populärer Musikkulturen und der gesellschaftliche Wandel seit den 1960er Jahren” lädt nach Dresden ein, und zwar vom 26. bis 28. Mai 2016.

Weitere Informationen und Programm:

“Veranstalter:
Sektion Kultursoziologie in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
DFG-Projekt „Time has come today“ im SPP 1688 „Ästhetische Eigenzeiten“
Lehrstuhl für soziologische Theorien und Kultursoziologie, Institut für Soziologie der TU Dresden
In Kooperation mit Scheune e.V., Dresden
Seit den 1960er Jahren wurde populäre Musik zu einer Klammer, die die Ansprüche aufeinanderfolgender
Generationen auf eigene Zeitregie, neue Lebensformen und -entwürfe miteinander verband und ihnen, vor allem
seit den 1970er Jahren, eine gesellschaftliche Verbreitung verschaffte. Diese Verbindung von Musik, einer
Alternativkultur und politischem Emanzipationsstreben entfaltete eine Sogkraft, die noch lange fortwirkte. Die
Tagung widmet sich der populären Musik als einem sich weltweit verbreitenden kulturellen Phänomen, das
aufgrund seiner transformativen Effekte interessant ist. Es geht um eine Kultursoziologie der populären Musik als
einem Faktor des gesellschaftlichen Wandels.
Autoren wie der Poptheoretiker Diedrich Diederichsen vertreten die Auffassung, dass die Bedeutung von Musik für
Jugendkulturen spätestens seit den 1990er Jahren wieder abnehme – sie sei in eine ,postheroische Phase‘
übergegangen –, wobei sie die Bedeutung der populären Musik daran messen, inwieweit sie politisch-emanzipative
Tendenzen befördern können. Demgegenüber lässt sich die These vertreten, dass Musik in der Jugendphase nach
wie vor zeitlich sehr intensiv genutzt wird und mehr denn je Alltagsbegleiter ist, so dass ihr heute lediglich eine
andere Bedeutung zukommt als vordem.
Die Tagung soll dazu beitragen, die vielfältigen Beziehungen von Ästhetischem und Sozialem in konkreten
Fallstudien mit Bezug auf populäre Musik zu analysieren.
Tagungsort: Scheune, Alaunstraße 36-40, 01099 Dresden
Webseite: http://zeitendesaufbruchs.wordpress.com
Kontakt: zeiten@poptraces.de
Organisation: Holger Schwetter, Anne-Kathrin Hoklas, Dominik Schrage
Eine schriftliche Anmeldung ist erforderlich. Anmeldungen bitte per E-Mail unter Nennung von Name, Ort und
Affiliation bis zum 01.05.2016 an zeiten@poptraces.de.
Tagungsprogramm
Donnerstag, 26.5.2016:
18:00 Registrierung
19:00 Eröffnungsvortrag
Michael Rauhut (Kristiansand): Raus aus der Spur. Brachte Rockmusik die Mauer ins Wanken?
20:00 Podiumsdiskussion
Popmusikkulturen in Ost- und Westdeutschland. Teilnehmer und Organisatoren berichten
Freitag, 27.5.2016:
9:30 Popmusik und Gesellschaft
Holger Schwetter/Dominik Schrage (Dresden): Zeiten des Aufbruchs. Popmusik und gesellschaftlicher Wandel in
den 1960er bis 1980er Jahren
Klaus Nathaus (Oslo): Der Mainstream und die Musik der weißen Männer. Populärmusik als Faktor
gesellschaftlicher Differenzierung, 1965-1985
11:00 Kaffeepause
11:30 Popmusik zwischen Kulturindustrie und Emanzipation
Franziska Hohl (München): Nachhall des Nichtidentischen. Die gesellschaftstheoretische Entdeckung der Sozialität
des Musikalischen
Kathrin Audehm/Michael Corsten (Hildesheim): Vergnüglich entrückt – Pop- und Schlager-Sternchen der 1960er
Jahre
13:00 Mittag (Mittagstisch-Angebot in der Scheune)
14:30 Keynote 1
Jochen Bonz (Innsbruck): Ein ästhetisches Prinzip, zwei Chronotopoi: Ontologische Unsicherheit im Hippietum und
im Techno
15:30 Neue Wellen in Ost und West
Marlene Schrijnders (Birmingham): Der Sound der Endzeitstimmung. Post-Punkmusik in der DDR
Anna Daniel/Sarah Rempe (Hagen): „Komm nach Hagen, werde Popstar, mach dein Glück!“
Zur praxissoziologischen Untersuchung der Neuen Deutschen Welle im Spiegel gesellschaftlicher
Transformationsprozesse
parallel:
15:30 Soul und Rock zwischen Politisierung und Ästhetisierung
Thomas Wilke (Tübingen): People get Ready! Zum Einfluss des Soul auf die Black Power- und
Bürgerrechtsbewegung in Amerika 1964-1974.
Georg Götz (Oldenburg): „Being Me“ – Rock als Kunst
16:45 Kaffeepause
17:15 Provinz als Resonanzraum
Joachim Landkammer (Friedrichshafen): „It was September…“. Die stillgestellte Zeit in der Rockmusik der
deutschen Provinz
Gunter Mahlerwein (Mainz): Musik in ländlichen Jugendzentren in den 1970er Jahren (Westdeutschland)
18:30 Pause
19:00 öffentlicher Vortrag, Keynote 2
Detlef Siegfried (Kopenhagen): Der Sieg des Pop. Zum Legitimitätswandel des populären Geschmacks seit den
1960er Jahren
20:30 Konferenzdinner
Samstag, 28.5.2016:
10:00 Musik als Subversion: Rückblicke
Gunnar Otte/Matthias Lehmann (Mainz): Zwischen Unterhaltung, Subversion und Kunst. Diskurse und
Qualitätskriterien der populären Musikkritik in Deutschland im historischen Wandel
Maren Lehmann (Friedrichshafen): Too much future, oder: Wir haben sie nicht mehr, diese endlose Geduld.
Versuch über die Eigenzeit des Aufbruchs – am Beispiel der anderen Bands in der DDR
11:30 Kaffeepause
12:00 Das biografische Potential der Musik: Zugänge
Christian Elster/Gerrit Herlyn (Hamburg): „Ich fühle mich manchmal so musealisiert irgendwie“ Sammeln und
Biographisieren als akteursorientierte Zugänge zu Pop-Geschichte(n)
Anne-Kathrin Hoklas/Holger Schwetter (Dresden): Aufbruch im Nirgendwo. Ästhetische und soziale Eigenzeiten in
der westdeutschen ,progressiven Landdiskothek‘ der 1970er Jahre
13:30 Abschlussdiskussion
14:00 Mittag / Ende”

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