Hans-Flesch-Gesellschaft

Forum für akustische Kunst

Denken, Hören, Treffen

RADIO ZUKUNFT: Festival-Programm

Radio Zukunft – Tage der Audiokunst

7. – 10. März 2013

Eine Veranstaltung der Akademie der Künste und der Kulturstiftung des Bundes

mit der Hans-Flesch-Gesellschaft e.V. – Forum für akustische Kunst

in der Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin, www.adk.de
Mitschnitte und Gespräche als Podcast bei www.litradio.net

 

07. März

My Vision of Radio

90 Jahre Rundfunk. Welche Gestalt wird das Radio der Zukunft haben? Und welchen Platz wird die Kunst darin einnehmen? Was wollen wir überhaupt senden, fragt Schorsch Kamerun – frei nach Heißenbüttel – in seiner Performance „Kann mir nicht vorstellen, dass es weitergeht“. Der Rundfunk in seiner demokratischen Funktion findet sich wieder in einer Postdemokratie. Das Kulturradio seiner­seits als ein von Machern und Entscheidungsträgern gesteuertes Medium sieht sich inmitten einer ungesteuerten Welt des Internets, deren Wesen es ist, sich amorph auszubreiten und interaktiv zu entwickeln. Die Zeitungen verlieren ihre Print-Ausgaben, bieten dafür Audio-Apps an, das Fernsehen wandert auf den Tablet-PC, das Web-Radio lädt sich mit visuellen Inhalten auf: die Grenzen verschwimmen.

Wie ist das zusammenzubringen, der Schutz und lebendige Fortbestand einer gewachsenen (Minderheiten-)Kultur und die Notwendigkeit einer zeitgemäßen Evolution des Rundfunks. Am Ende dieser Entwicklung werden wir unsere alten Medien wohl nicht mehr wiedererkennen und müssen deshalb jetzt dafür sorgen, dass wir uns selbst im Neuen wiedererkennen und als Subjekte eines neuen kulturellen Gewebes unsere Stimme behalten.

Hörkunst im Rundfunk ist die Möglichkeit, an der Radio-Utopie mitzuarbeiten, ist die Möglichkeit, die Dinge anders zu sagen – und folglich ein Politikum. Wie steht es um die Existenzgrundlagen und die Zukunft des Genres im gegenwärtigen Umbau dessen, was wir früher einmal ‚Radioʻ nannten?

 

10.00 Uhr           Begrüßung, Oliver Sturm, Künstlerischer Leiter des Festivals und Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste

10.15 Uhr           Begrüßung, Hortensia Völckers, Kulturstiftung des Bundes

10.30 Uhr           Kann mir nicht vorstellen, dass es weitergeht, Schorsch Kamerun, Performance

Was lohnt überhaupt noch, in die Welt hinausgeschickt zu werden? Ausgehend von seinem neusten Hörspiel fragt Schorsch Kamerun in seiner Performance, wie Sender und Empfänger noch einmal zueinander finden können. Danach ist vielleicht etwas weniger von dem verschwunden, was als nicht mehr zu retten galt.

11.00 Uhr           Keynote und Tagesmoderation: Ralf Homann

11.10 Uhr           Refeudalisierung und Postdemokratie, Sighard Neckel, Vortrag

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, nach dem Krieg als zentrales Medium unserer Demokratie neu begründet, operiert heute vor dem Hintergrund einer postdemokrati­schen Gesellschaft, in der politische Entscheidungsprozesse wesentlich durch Strate­gien der medialen Aufmerksamkeit und wirtschaftliche Interessen gesteuert werden.

11.35 Uhr           Das Radio – Arche Noah im multimedialen Netz, Wolfgang Hagen, Vortrag

Es scheint, als ob das Radio im vernetzten Relaunch aller Oberflächen und Interfaces der Medien keine Rolle mehr zu spielen scheint. Für eine Marginalisierung des Hörfunks indes gibt es keinen Grund. Vielmehr müssen die alten Stärken heraus­gestellt und neue Programm-Modelle und Formate erprobt werden. Hören braucht keine äußere Multimedialität – es trägt sie endogen in sich als ein ganz eigenes Gut.

12.00 Uhr            Kaffeepause

12.10 Uhr           Disembodied theatre: the state of radio fiction in Europe,
Marie Wennersten, Vortrag

From Ireland to Croatia, from France to Russia, how are archives and cultural heritage treated, when moving in, if at all, to the new digital platforms? Marie Wennersten, Swedish radio drama director and Chairman of the Radio Drama group of the European Broadcasting Union, looks at current works and trends in terms of prioritized versus homeless productions.

12.30           Media transformation and its effects on Radio Drama in Hungary,
Otilia Cseiscner, Vortrag

Radio drama in Hungary has survived the transformation of media institutions. However, these changes did have an effect on form and content of last year’s productions. Otilia Cseiscner, who has worked as a dramaturg of radio fiction for many years, investigates on this process.

12.50 Uhr            Mittagspause

13.50 Uhr           Der ‚Kulturauftragʻ: Evolutionsmöglichkeiten des öffentlich-rechtlichen Kulturradios, Dieter Dörr, Vortrag

Wie ist der im Rundfunkstaatsvertrag genannte ‚Versorgungsauftragʻ in Hinsicht auf die Kulturprogramme auszulegen? Wie weit sind die Grenzen für die Entwicklung trimedialer Formate gesteckt? Was schreibt die neue Gebührenordnung den Sendern ins Stammbuch? Der Medien-Jurist Professor Dieter Dörr erläutert die objektiven juristischen Auflagen, Möglichkeiten und Grenzen eines Kulturradios in Deutschland.

14.25 Uhr           Symptomkatalog sterbender Institutionen, Adrian Gaertner, Vortrag

Der Analytiker und Coach Professor Adrian Gaertner betrachtet institutionelle Apparate aus psychoanalytischer Perspektive.

14.50 Uhr           Keynote: Ralf Homann

15.00 Uhr           Vermessene Zahlen: Der Funk und die Fakten, Uwe Kammann, Vortrag

Ist das Schrumpfen der Sendeplätze und Budgets nur ein Gerücht? Was sagen die Zahlen: eine auswertende Analyse der Entwicklung von Hörkunstproduktionen in Deutschland.

15.20 Uhr           Sound-Pause

15.30 Uhr           My Vision of Radio, Robert Wilson

Der amerikanische Theaterkünstler entwickelt seine persönliche Radio-Utopie.

15.45 Uhr           Kaffeepause

16.00 Uhr           Die Zukunft der Kunst in der Anstalt, Diskussion mit Wolfgang Hagen, Schorsch Kamerun, Dietrich Leder, Martina Müller-Wallraf, Ruben Jonas Schnell

17.30 Uhr           Nostalghia: Meine Klassiker
Hörspielpräsentationen mit Ulrich Gerhardt – gewidmet Hermann Naber

Die Geschichte vom Franz Biberkopf von Alfred Döblin,
Regie: Max Bing, Franz Biberkopf: Heinrich George, Mietze: Hilde Körber u.v.a.,
Reichs-Rundfunk- Gesellschaft 1930, 78 Min.
Mit der Hörspieladaption seines Romans „Berlin. Alexanderplatz“ wollte der Schrift­steller Alfred Döblin mehr erreichen, als die bloße Übertragung des Buchs in das andere Medium Rundfunk. Die Aufnahme von 1930 wurde zum Meilenstein in der Entwicklung des Hörspiels.

Fünf Mann Menschen von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker,
Regie: Peter Michel Ladiges, SWF 1968, 14 Min.
Im Zeitraffer werden in „Fünf Mann Menschen“ zentrale Lebensereignisse durch­gespielt: von der Gebärklinik über mehrere Lebensstationen hinweg wieder zurück zur Gebärklinik. Denn „solange es Kinder gibt, wird es Kinder geben“. Das Hörspiel wurde 1969 mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet und eröffnete in seiner Nachfolge die Ära des sogenannten ‚Neuen Hörspielsʻ.

20.00 Uhr           Epiloghi – Sei modi di dire Zangtumbtumb von Arturas Bumšteinas, Live-Act
Audio-Art mit Cembalo. Cembalo: Christine Kessler
Deutschlandradio Kultur 2013, ca. 40 Min.
Ursendung: 0.05 Uhr auf Deutschlandradio Kultur, Klangkunst

1913 veröffentlichte Luigi Russolo das futuristische Manifest ›L’arte dei rumori‹ (›Die Kunst der Geräusche‹) und proklamierte das Zeitalter der maschinengezeugten Geräusch-Töne.100 Jahre später begibt sich der litauische Komponist Arturas Bumšteinas auf die Suche nach den Vorzeichen des Futurismus. Fündig wird er im Barock, als Schallautomaten Einzug ins Theater hielten. Bumšteinas verbindet Aufnahmen alter Theatermaschinen mit Cembaloklängen und Russolos Intonarumori (Geräuschtöner): Affektgeladene Barockmusik trifft futuristische Effektgeräusche.

Sound Stage           Technische Realisierung durch Taucher Sound Environments

21.30 Uhr           Nah und fern von Mauricio Kagel, WDR 1994, 41 Min.

Radiostück für Glocken und Trompeten mit Hintergrund. Dem Titel entsprechend in einem permanenten Perspektivenwechsel, besteht das Stück aus Originaltonauf­nahmen der städtischen Umgebung der Domkerk in Utrecht und Carillon- und Trompetenmusik von Mauricio Kagel. Entstanden ist ein akustischer Film von rhythmisch-musikalischer Struktur, voll von zu entdeckenden Geschichten.

23.00 Uhr           A Collection of Smiles von Alessandro Bosetti,
5.1-Mehrkanalproduktion, WDR, 2011, 51 Min.

Fasziniert vom Klang der Worte sucht der Komponist Alessandro Bosetti immer wieder nach Wegen, Musik aus Sprache zu generieren. In seinem aktuellen, von Francis Ford Coppolas Lauschangriff-Thriller The Conversation inspirierten Projekt „A Collection of Smiles“ konzentriert er sich auf die Polyphonie alltäglicher privater Gesprächssituationen.

23.30 Uhr           Nachtschicht von Vostiklap & Scherzer,
Mehrkanal, 3D Sound, Taucher Sound Environments 2012, 11 Min.

Die Nachtschicht ist ein begehbares Klangstück, in dem sich der Besucher in einer nächtlichen Fabrikzone wiederfindet, deren geheimnisvolle Vorgänge sich im Raum nach und nach manifestieren.

23.50 Uhr           Die 50 Skulpturen des Instituts für Feinmotorik von Institut für Feinmotorik,
SWR 2011, 47 Min.

„Seit 1997 reizt das fünfköpfige Künstlerkollektiv in experimentellen Performances die Möglichkeiten seiner Medien aus – in der Arbeit mit DJ-Mischpulten und präparierten Plattenspielern, auf denen nicht Schallplatten, sondern Alltagsmaterialien wie Gummi­bänder, Büroklammern und Klebeetiketten abgetastet werden. Aus dieser mutigen Reduktion der radiophonen Mittel entsteht ein Aggregat in Klang geformter Körper von rätselhafter Archaik.“ (Karl-Sczuka-Preis 2011, aus der Begründung der Jury)

 

08. März

Tag des Produzenten

Künstler und Rezipient: Beide machen im Zuge der Medientransformation einen fundamentalen Umbau durch. Die Produzierenden erleben das nicht nur in Form sich verändernder Arbeits- und Beschäftigungsstrukturen. In ihrem künstlerischen Medium selbst erfahren (und erleiden) sie eine permanente Erweiterung ihrer technischen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Das ist eine auch euphori­sierende Erfahrung der digitalen Wende: auf einmal so viel zu beherrschen und neue ästhetische Lösungen realisieren zu können, die bis vor kurzem noch als utopisch galten.

Mehrkanaltechnik, mobile Audio-Apps, Gamification und WEB 2.0 vergrößern das Spielfeld der akustischen Kunst sprunghaft und bringen völlig neue Formen hervor. Mit ihnen entstehen andere Erzählweisen. Entstehen auch neue Inhalte? Wie beeinflusst der Medienwandel unsere akustischen Erzählweisen und wie sehen die Stücke von morgen aus? Irritierend ist die Beobachtung, dass technologisch avancierteste Produktionsweisen sich gern ausgerechnet den rohesten Klangformen und dem Authentizisimus verschreiben. ‚Naturʻ ist das Motto gegen die Welt des digitalen Scheins. Nie klang die Wirklichkeit wirklicher, nie war die Produktion künstlicher als heute.

 

10.00 Uhr           Wir müssen reden, eine Video- Performance für das Hörspiel von Mila Burghardt

Hörspiel und Anstalt. Aber danke, trotzdem. Da war schon ganz viel Schönes drin. Und wie fühlt sich das jetzt für Sie an? „Wir müssen reden“ fordert Mila Burghardt in ihrer Video-Performance, denn mit dem Hörspiel ist es wie überall: Lust, Macht und Abhängigkeit haben in die Krise geführt. Also jetzt noch einmal ohne Pathos, bitte.

10.30 Uhr           Keynote und Tagesmoderation: Guido Graf

10.40 Uhr           Die technische Avantgarde der Mehrkanaltechnik, Christoph Sladeczek

Audio wird in der Bearbeitung bisher immer noch kanalbasiert gedacht. Am Fraun­hofer Institut in Ilmenau arbeiten die Forscher des Bereichs „Virtual Acoustics“ daran, wie man Sound objektorientiert bearbeiten und auf ganz verschiedene Arten räumlich wiedergeben kann. Wellenfeldsynthese im Hör-Kino, im Auto und sogar über Kopf­hörer.

11.00 Uhr           Die künstlerische Avantgarde der Mehrkanaltechnik,
Alessandro Bosetti und Marcus Gammel

Die Möglichkeit, Klang im Raum konkret platzieren und ihn innerhalb des Laut­sprecherfeldes überall hin wandern zu lassen, ist immer noch teuer und aufwendig. Nicht nur deshalb ist diese Arbeit etwas ganz Besonderes. Der Komponist Alessandro Bosetti stellt im Gespräch mit dem Redakteur Marcus Gammel sein Werk „A Collection of Smiles“ vor und spricht über das akustische Erzählen mit Mehrkanal­systemen.

11.50 Uhr           Konzepte des mobilen Hörens – Nibelungen: Ring und die Konstruktion medialer Zeit-Räume, friendly fire

Bei akustischen Wanderungen überlagert sich erzählte Geschichte mit real erlebter: augmented reality – erweiterte Wirklichkeit. Im Rahmen des Leipziger Hörspiel­sommers haben die Künstler eine Leipziger Wohnsiedlung, den ‚Nibelungenringʻ als Hintergrund genutzt, um Assoziationen, die der deutschesten aller Sagen anhängen, zusammenzuführen und hörbar zu machen.

12.30 Uhr           An die Hand nehmen und mitschleifen – Oder wie man den Hörer überrumpelt und fesselt, Hermann Bohlen

Jeder Geschichte die ihr gemäße Erzählweise, jedem Stoff seinen Ton. Hühner hören Radio. Gibt es eine Evolution der Erzähltechniken und Atavismen des Erzählens? Ist Erzählen selbst schon einer? Wie frei sind wir in der Wahl unserer Erzähltechnik, über wie viele Töne verfügen wir? An die Hand nehmen, an der Nase herumführen, nicht lange gängeln sondern gleich fesseln. Aus meiner Erzählpraxis.

12.45 Uhr           Mittagspause

13.45 Uhr           Keynote: Guido Graf

13.50 Uhr           Technik-Radio-Hörspiel: eine Ultrakurzgeschichte, Hans-Jürgen Krug

Wie unmittelbar technologischer Wandel auch die Ästhetiken des Hörspiels verändert, entzieht sich in der Regel unserer direkten Wahrnehmung. Doch jede neue Radio- Technologie, ob der Sprung von der Mittelwelle zur Ultrakurzwelle, der Wandel von Mono zu Stereo oder vom Tonband zur Festplatte, hat künstlerische Kämpfe und Wandlungen ausgelöst. Dargestellt werden die wichtigsten Wendepunkte, ganz kurz, ultrakurz.

14.10 Uhr           Im Jenseits der Medien Oder: Was die Klangkunst mit Computerspielen gemein haben könnte, Martin Burckhardt

So wie das körperlose Hörspiel in Bereiche vordringen kann, die man gemeinhin atmosphärisch nennt, die aber eine Form des „outer space“ markieren, so ist das Computerspiel im unfassbaren Raum verhaftet: Eine Bastardkunst, die zwischen den Unwegsamkeiten der Abstraktion und einer großen Unbefangenheit schwankt. Der Erfahrungsbericht eines Autors, eines Startups, eines neuartigen Computerspiels: TwinKomplex.

14.55 Uhr           Digitales Manifest, von Heiko Martens und Andreas Bick

Zeit für ein Manifest: Die Hörkunst findet im Netz statt, zuerst und für immer! Die Hör­kunst ist digital und im Fluss! Retweete das an deine Follower! Oder auch: Im Netz wird das Hörspiel eine neue Form annehmen und neue Erzählformen ermöglichen. Vielleicht ist es Zeit für zwei Manifeste. Oder drei. Wir werden sehen …

15.20 Uhr           Kaffeepause

15.50 Uhr           Keynote: Guido Graf

16.00 Uhr           Lineares Erzählen im crossmedialen Zeitalter, Diskussion mit Michael Lentz, Hofmann und Lindholm, Katrin Moll und Daniel Eschkötter

Herrschen in den neuen digitalen Formaten andere Gesetzmäßigkeiten für Spannung, Handlungsaufbau und Identifikation? Oder sind die linearen Erzähltechniken zeitlos? Ein neuer Werkbegriff, ein durch kollektives Arbeiten veränderter Begriff vom Produzenten scheinen sich anzubahnen. Moderiert von Guido Graf diskutieren Autoren, Wissenschaftler und Redakteure, inwieweit sich die Erzählweisen verändert haben.

17.30 Uhr           Nostalghia: Meine Klassiker
Hörspielpräsentationen mit Ulrich Gerhardt – gewidmet Hermann Naber

Berta Garlan von Arthur Schnitzler, Bearbeitung und Regie: Max Ophüls, Erzähler: Gert Westphal, Berta Garlan: Käthe Gold u. a., SWF 1956, 151 Min.
Der Filmregisseur Max Ophüls begann seine Karriere am Theater und mit Arbeiten für den Rundfunk. Auch in seinen Filmen dem Autor Arthur Schnitzler verbunden, bearbeitete er den Roman „Berta Garlan“ für das Radio. Seine Inszenierung von 1956 mit der großen Käthe Gold ist eine legendäre Produktion, die dem Hörspiel neue Wege wies.

20.00 Uhr           My Vision of Radio

Foyer            Vortrag zur Eröffnung der Ausstellung „Xstal Radio“ von und mit Joe Davis.

Der amerikanische Wissenschaftler und Künstler Joe Davis spricht über seine Faszination mit dem unersetzbaren Medium Radio und dessen Zukunft.

21.00 Uhr           Das Radioselbst. Vom Normativen zum Deskriptiven (und zurück),
Keynote Jochen Meißner

Die Geschichte des deutschen Hörspiels beginnt 1924 mit einer „Zauberei auf dem Sender“, die den medialen Charakter des Rundfunks thematisierte. Die selbstkritische Frage, die sich der Autor und Rundfunkredakteur Helmut Heißenbüttel 1970 stellte: „Was sollen wir überhaupt senden?“, stellen sich heute vor allem Intendanten, Wellenchefs und Programmreformatoren und zwar in der Regel außerhalb des Programms. Das Radio hat offensichtlich Schwierigkeiten, sich selbst zu thematisie­ren.

Anschließend           Gespräch zum folgenden Live-Hörspiel mit Nathalie Singer, Jochen Meißner und Rafael Jové

22.00 Uhr           Das Radio ist nicht Sibirien von Rafael Jové

Live-Hörspiel mit Live-Sendung im rbb-kulturradio mit Bernd Moss als Hagen Pollascheck
Prod.: Bauhaus-Universität Weimar in Koproduktion mit der Akademie der Künste, Berlin und dem rbb 2011/2013, ca. 50 Min.
Als an diesem Tag beim Radiosender FDR 2 das Mikrofon aufgeht, ist es für Hagen Pollaschek – Moderator „FDR 2 Mittagstisch“ – das eine Mal zuviel. Der idealistische Eifer, mit dem er einst das erträumte Redaktionsvolontariat bei FDR 2 antrat, ist tiefster Frustration gewichen. Die Arbeit im strikt formatierten Kulturfunk unter der Knute der statistisch ermittelten Hörerzahlen hat Pollaschek jeden Glauben an die Radioarbeit genommen.

Sound Stage

23.15 Uhr           Continuity Illusions von LMS (Jörg Lindenmaier, Anthony Moore, Peter Simon)
5.1-Mehrkanalproduktion, WDR 2003, 15 Min.

Eine Komposition über Geschwindigkeit, Wahrnehmung und Raum-/Zeit-Konzepte. Kurze Klangpartikel und -ausbrüche rotieren in wechselnden Geschwindigkeiten durch die Lautsprecher. Scheinbare Überlappungen entwickeln sich und setzen sich in einer Wellenbewegung durch das Klangfarbenspektrum fort in einem behutsam gesteuerten Experiment mit linearen Sequenzen und nachlassender Stille.

23.35 Uhr           Chronostasis von Andreas Bick, 5.1-Mehrkanalproduktion, WDR 2009, 33 Min.

Unbemerkt geht in den letzten Dekaden eine Ära der Zeitmessung zu Ende, die von der Erfindung der ersten Sonnen- und Wasseruhren hin zur Atomuhr führte. „Chronostasis“ meint die Eigenschaft des Gehirns, Augenblicke subjektiv verlängern zu können. Das Stück setzt der Klangwelt der aus unserem Alltag verschwundenen Uhrwerke ein Denkmal und führt Uromas Pendeluhr in unsere technologische Jetzt­zeit, in der Zeitmanagement alles und das Gefühl des Zeitmangels allgegenwärtig ist. Es stemmt sich gegen das unerbittliche Fortschreiten der Zeit, indem es ihren Klang entmaterialisiert.

00.10 Uhr           Att fälla grova träd är förknippat med risker von Hanna Hartman, Swedish Concert 2005, 9 Min.

„Hanna Hartmans hochkonzentrierte Klangkomposition wird von den beiden im Titel angedeuteten Motiven des Fällens und Fallens bestimmt. Durch die hörlupenartige Präsentation des Materials verlieren die Klänge ihre umstandslose Identifizierbarkeit, sie werden mehrdeutig, beginnen zu schillern und abgelöst von ihrer Semantik ein musikalisches Eigenleben zu entfalten.“ (Karl-Sczuka-Preis 2005, aus der Begründung der Jury)

00.20 Uhr           Folgen Sie mir pausenlos von Antje Vowinckel, Deutschlandradio Kultur 2012, 51 Min.

Neun Personen gehen über den ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof. Mit Headset-Mikro und einem individuellen Audioguide verfolgen sie nacheinander denselben Weg. Dabei sprechen sie ohne Unterbrechung. Sie „filmen“ sprechend ihren Weg ab, zerlegen ihn in einzelne Bilder. Aus diesen Sprechströmen montiert die Radiokünstlerin Antje Vowinckel ein Hörpanorama der „Tempelhofer Freiheit“. Verschiedene Perspektiven überlagern sich, es entsteht eine Art akustisches Schielen. Ein Ort im Umbruch. Nicht mehr Flughafen, noch nicht Parkanlage, wird das Gelände als Konstruktion Vieler hörbar, als Übergang zwischen den Zeiten.

 

09. März

Tag des Rezipienten

Das Publikum: Der elektronisch vergesellschaftete Mensch erfährt einen dem Produzenten analogen Wandel. Nicht mehr das Radio, sondern das Internet, das Smartphone, der MP3-Player, der e-Book-Reader oder auch die zunehmenden öffentlichen Vorführungen bestimmen die Rezeptionsformen des neuen Hörers. Die Rezipienten können heute ihre Hör-Produkte aus dem breitesten Spektrum vom traditionellen Handlungshörspiel bis hin zu Soundscapes und Randgebieten der Neuen Musik wählen. Alle gemeinsam sind sie Objekt der Begierde einer Kulturindustrie, die sich ihre Kundschaft pass­genau zurechtschneidert.

Das ist die alte Lesart. Zugleich ist der Rezipient im Zeitalter von Facebook und interaktiven Formaten aber heute mehr denn je auch Subjekt der Medienindustrie. Er ist schon längst – der Software sei Dank – selbst zum Produzenten, zum Remix-, zum Mash-up-Künstler geworden.

Der Hörer ist ein gefräßiger Konsument und möchte alles, was es gibt, als Download haben. Er versteht nicht, weshalb er ein Hörspiel aus dem Jahr 1989 nicht einfach genauso herunterladen kann wie er das mit jedem Musiktitel auch tut. Das Netz seinerseits will alle kulturellen Schöpfungen digitali­siert sehen und miteinander verbinden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das World Wide Web zur universalen Enzyklopädie und Bibliothek auch der Audiokunst wird. Wie steht es da um die Archive des Rundfunks und das Urheberrecht?

10.00 Uhr           Keynote und Tagesmoderation: Golo Föllmer

10.15 Uhr           Multimedialität und neue Plattformen des Rundfunks, Andreas Wertz

Was erhofft sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk vom multimedialen Produzieren? Andreas Wertz, Unternehmensentwickler beim RBB, spricht über die Entwicklung medienübergreifender Formate und erläutert Perspektiven für das Radio im Zeitalter der digitalen Konvergenz.

10.40 Uhr           Der Hörer als Akteur: CrowdRadio.de, Hannes Mehring (frischr GbR)

Mit der App CrowdRadio haben Hörer die Möglichkeit, direkt und mobil Radio­programm mitzugestalten, während zeitgleich die Rundfunkredaktionen unmittelbar auf Hörermeinungen reagieren können, wann es für sie sinnvoll erscheint. CrowdRadio wurde 2012 mit dem ‚Deutschen Radiopreis für die Beste Innovationʻ ausgezeichnet.

11.20 Uhr           Entwicklung neuer akustischer Formen bei Audiogent, Cornelius Huber

Perry Rhodan, Geister-Schocker und Sherlock Holmes als Hörspiele, die außerdem noch interaktiv sind: Das alles macht die Firma Audiogent, die sich innovativen narrativen Lösungen verschrieben hat und neue Formate mit populären Stoffen verbindet.

11.50 Uhr           Erfolgsstorys: Der Kontakt mit dem Hörer,
Jens Wawrczeck, Andreas Fröhlich und Richard Gutjahr

Die Drei Fragezeichen sind mehr als nur ein Mythos: Als Marke haben sie auch wirtschaftlich zum Überleben der Gattung auf dem freien Markt beigetragen. Was macht ihre Erfolgsstory aus? Richard Gutjahr, Journalist, Blogger und Radio- Innovationsdenker fragt, wie die Kommunikation mit dem Publikum geschieht.

12.30 Uhr           Mittagspause

13.30 Uhr           ‚50 Shades of Greyʻ: Die Schwierigkeiten akustischer Drastik von Horror bis Porno, mediengeschichtlich betrachtet, Dietmar Dath

Es war der Porno, der letztendlich die VHS-Kassette und auch den Kindle auf dem Markt durchgesetzt hat. Formen der Drastik wie z.B Pornografie oder auch Horror haben die Medienentwicklung von Comics über Video bis zum Netz entscheidend vorangetrieben. Im Akustischen aber hat diese Innovations- und Zuspitzungslogik ihre Tücken.

14.00 Uhr           Pasted! – Remixes, Mashups und das Lob der Kopie,
Andreas Bick und Ingo Kottkamp

Der Hörer ist viel mehr als nur Hörer, er ist vom Objekt zum Subjekt der Medien­industrie geworden, er steht als Prosument zwischen Urheberrecht und Kreativität. Am Beispiel des Features Pasted! beschreiben Autor und Redakteur das sich daraus ergebende Problem.

15.00 Uhr           Kaffeepause

15.30 Uhr           Der totale Download- Zugriff oder Übergriff? Eine Diskussion über das Urheber­recht mit Karl-Nikolaus Peifer, Constanze Kurz, Herbert Kapfer, Fred Breinersdorfer.

Die Frage danach, wie die Rechte von Menschen gesichert werden, die ihren Lebens­unterhalt mit Kunst verdienen, wie die Rechte derer abgegolten werden, deren Werke in den Archiven liegen und wie der Zugriff auf künstlerische Werke trotzdem gewähr­leistet bleiben kann, ist eine der brennendsten in der Kreativindustrie.

17.30 Uhr           Nostalghia: Meine Klassiker
Hörspielpräsentationen mit Ulrich Gerhardt – gewidmet Hermann Naber

Die Grünstein-Variante von Wolfgang Kohlhaase,
Regie: Günther Rücker, Rundfunk der DDR 1976, 51 Min.
Paris 1939. In der Zelle eines Untersuchungsgefängnisses sitzen drei Männer in Abschiebehaft: der deutsche Seemann Lodek, ein Grieche von der Insel Korfu und der jüdische Schlachter Grünstein aus Polen. Lodek bringt Grünstein das Schachspielen bei und der Lehrling muss zunächst viele Niederlagen einstecken.

Anschließend Gespräch mit Wolfgang Kohlhaase, Barbara Plensat und Ulrich Gerhardt

Der Tribun von Maurico Kagel,

Regie und Musik: Mauricio Kagel, WDR 1979, 56 Min.
Vom Balkon seiner Residenz übt der erste Mann im Staat eine jener endlos dahin­fließenden Reden, die er häufig auf Massenkundgebungen vorzutragen pflegt. Die Zugänge zum Hauptplatz sind gesperrt; heftiger Applaus wird eingespielt. Über Laut­sprecher werden Märsche eingespielt – ein filmisches Szenario.

 

20.00 Uhr           Kirkjubaerjarklaustur – Radio fiction Live-Act, von Sebastian Dicenaire
mit Maja Jantar, Vincent Tholomé und Sebastian Dicenaire,
Atelier de Création Sonore Radiophonique 2011 (Belgien), 40 Min.
Französisch mit deutschen Obertiteln

In einem reichlich heruntergekommenen Island unbestimmter Zeit wird der Durch­schnittstourist Sven von seinen Freunden in einem wüsten Moor zurückgelassen. Wie rasend wandert er durchs Gelände und trifft dabei auf eine Herde philosphischer Vögel, einen Haufen unfreundlicher Einheimischer und auf ein Ehepaar – zwei Polter­geister –, die ihr Gedächtnis verloren haben. Das ist alles was von einer Welt übrig geblieben ist, mit der es den Bach hinuntergeht. Ein wahnhaft-absurder Roadmovie, der nur aus Stimmen gemacht ist.

 

Sound Stage

21.30 Uhr           Agon von Werner Cee (8-Kanal-Mischung), Deutschlandradio Kultur 2010, 46 Min.

Kurz vor seinem Tod zieht sich Luis Buñuel gemeinsam mit Jean-Claude Carrière zum letzten Mal in sein mexikanisches Lieblingshotel zurück, um an einem Drehbuch zu arbeiten. Enttäuscht stellen beide fest, dass die Bar des Hauses verschwunden ist. Der Film wird nie gedreht. 30 Jahre später konfrontiert der Klangkünstler Werner Cee das apokalyptische Skript mit dem Sound der Karfreitagsprozessionen aus Buñuels Heimatstadt Calanda.

Ab 22.00 Uhr           Musik mit DJ Rafael Jové (Foyer)

22.30 Uhr           Orphée mecanique von Felix Kubin, BR 2012, 50 Min.

„Basierend auf Dino Buzzatis Pop-Art-Comic „Orphi und Eura“ von 1968 hat der Musiker Felix Kubin ein Hörspiel geschaffen, das sich auf eine Suche nach Formen begibt, die den medialen Entwicklungen der Zeit entsprechen. Der Sänger und Schauspieler Lars Rudolph in der Rolle des mechanischen Orpheus hält in der still gestellten Unterwelt die Erinnerung an das geräuschvolle Leben wach. Das Psykotron – ein Instrument, das Orpheus’ Hirnströme direkt in Töne verwandelt – erzeugt eine Kunstform, die ohne das Radio nicht denkbar wäre: den ‚Hitʻ.“ (Hörspiel des Jahres 2013, aus der Begründung der Jury)

23.30 Uhr           Songs of War and Love von Cathy Milliken, HR 2005, 42 Min.

Claudio Monteverdis »Madrigali guerrieri et amorosi« ist eine Sammlung unterschied­licher Spielarten weltlicher Vokalmusik, in denen der Dreißigjährige Krieg widerhallt. »Songs of War and Love« versucht in einem Crossover der musikalischen und text­lichen Stile für Liebes- und Kriegserfahrung aus heutiger Perspektive einen Ausdruck zu finden. Dabei ist ein Hörstück entstanden, das sich, auch formal zwischen der Unmittelbarkeit eines konzertanten Liedzyklus und der Montagekonstruktion eines ausgeklügelten Studiomixes, den beiden Archetypen der Zivilisation stellt.

 

10. März

Schnittmuster der Wirklichkeit

Schnittmuster der Wirklichkeit fokussiert die Technik der Weltwahrnehmung in der Wissenschaft und den Künsten – die immer neuen Ansätze, Welt und Mensch zu zerlegen, zu erfassen und zugleich das Erfasste abzubilden, zu transformieren, zu konstruieren, zu rekonstruieren, zu singen, zu schneiden, zu hören.

Das erste deutschsprachige Hörspiel „Die Zauberei auf dem Sender. Versuch einer Rundfunk­groteske“ von Hans Flesch greift bereits im Jahr 1924 das Thema Schnittmuster der Wirklichkeit auf: die das Rationale überschreitende Macht der Medien und den Appell an das ihnen innewohnende Imaginationspotenzial.

Die Hans-Flesch-Gesellschaft lädt Künstler_innen und Wissenschaftler_innen ein, Film, Martenot-Wellen, Flötenklänge und Störsignale im Hinblick auf Paukenhöhlen, Steigbügel, Gänsehaut und Hirn­rinden zu durchforsten: Wie ist vergangenes Hören heute vorstellbar? Sind die künstlerischen und programmierenden Möglichkeiten der Schallwelle schon ausgereizt? Wie sah und sieht der Versuch aus, Grenzen auszuloten, über sie hinaus zu denken? Und welcher Plan des rezipierenden und/oder produzierenden Menschen steckt dahinter?

Indem die Vortragenden zurückhorchen, eröffnen sie die Perspektive auf ein neues Hinhören, auf einen auditive turn, der über den digital turn hinausweist.

Kuratorinnen: Barbara Meerkötter, Corinna Volkmann, Marianne Wendt

 

 

10.00 Uhr           Begrüßung, Barbara Meerkötter, Corinna Volkmann und Marianne Wendt, Moderation: Andreas Feddersen (Studio)

10.10 Uhr           Das Rätsel der Qualia. Eine Versuchsanordnung in 5.1 Surround, Hörspiel
von Sabine Worthmann, HR 2011, 56 Minuten

Karl Lukowski, Drogeriefachberater, ist angeflanscht an das hochpotente Express-35-Brain-Interface. Es ermöglicht die Übertragung komplexer neurophysiologischer Prozesse in 5.1 Surround und 3D. Feinmolekulare Strukturen werden enthüllt, Innen­geplapper erlauscht, Ich-Modelle, Gefühle und selbst Träume werden im neuronalen Netz dingfest gemacht. Frau Doktor kreist beim Durchkämmen der Hirnlappen auch die letzten Schlupfwinkel des subjektiven Geistes ein.

11.15 Uhr            Die Hörspielmacherin über den subjektiven Erlebnisgehalt eines mentalen
Foyer            Zustan­des, Gespräch mit Sabine Worthmann und Andreas Feddersen

11.40 Uhr           Der Neue Mensch und die Störung. Hans Fleschs Hörspiel Zauberei auf dem Sender von 1924, Fallstudie und Gespräch von und mit Wolfgang Hagen

12.30 Uhr           Mittagspause

13.30 Uhr           Hirnschnitt, Fallstudie von Claudia Reiche

Ein/Schnitte zwischen geschlossenen Augen und offenen Ohren.
Überlegungen zu Dziga Vertovs Tonfilm Enthusiasmus, SU 1930

14.00 Uhr           Tönende Muster, Fallstudie von Marc Ries

Tönende Muster: Auf der Suche nach dem, was den Menschen von morgen mit der Welt vor dem Menschen, den kommunistischen Menschen mit dem kommunizieren­den materiellen Universum vereinigt. Überlegungen zum elektroakustischen Musik­instrument Ondes Martenot (1928) und seiner Allgegenwart.

14.30 Uhr           Auditive turn und neues (Hin)hören. Das Akustische im Fokus wissenschaftlicher und künstlerischer Aufmerksamkeit, Gespräch mit Claudia Reiche und Marc Ries

15.00 Uhr            Kaffeepause

15.30 Uhr           Schnittstelle: Neurostreams®- Das erste Gehirnwellenradio der Welt,
Fallstudie von Tim Daugs

Webunternehmer Tim Daugs gewährt Einblick in die Welt psychoakustischer Live- Streams.

15.45 Uhr           Klangschnitt

Warum bewegt uns Musik? Vom Klang zur Gänsehaut,
Gesprächskonzert von Dr. med. Eckart Altenmüller

16.30 Uhr           Struktur als Musik. Fallstudie von Markus Hübner über den Einfluss von Politik, Gehirn­wellenmustern, Architektur oder Erdbebendaten auf die Komposition

17.00 Uhr           Ist Musik die Sprache der Gefühle? Wie Universalien, Hörbiographie und die Lern­fähigkeit des auditiven Systems unsere Wahrnehmung verändern, Gespräch mit Dr. med. Eckart Altenmüller und Markus Hübner

17.30 Uhr           Pause

18.00 Uhr           Endschnitt

Wie hörbar ist die Wirklichkeit? Hörspielmacher_innen der Hans-Flesch-Gesell­schaft und ihre Schnittmuster, Diskussion mit Alfred Behrens, Andreas Bick, Andrea Getto, Ulrich Gerhardt, Barbara Plensat, Antje Vowinckel

19.30 Uhr           Movement#1, Live-Performance von Markus Hübner

Movement#1 ist die inszenierte Vertonung eines Gruppenentwicklungsmodells des amerikanischen Psychologen und Organisationsforschers Bruce W. Tuckmann

Der Tag „Schnittmuster der Wirklichkeit“ ist kuratiert und organisiert von der Hans-Flesch-Gesellschaft e.V. – Forum für akustische Kunst mit Unterstützung der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL).

 

Xstal Radio – Ausstellung von Joe Davis und Thomas Kaiser

Zu Pionierzeiten des Rundfunks war eine Technologie sehr verbreitet, die mit Kristall-Detektoren arbeitete. Diese Detektorempfänger, auch Detektorradios genannt, brauchten schon damals keine Stromquelle, denn der Empfänger konnte direkt mit der Energie der Radiowellen gespeist werden.

Inspiriert von dieser Etappe der Technikgeschichte hat der amerikanische Künstler und Wissen­schaftler Joe Davis bereits unzählige „Crystal Radios“ gebaut. Dabei verwendet Davis aber auch Materialien, die normalerweise nicht im Bereich der Radioelektronik verwendet werden.
Die schönsten und außergewöhnlichsten Radios werden im Foyer der Akademie zu sehen sein. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht dabei die Installation „Hertzsprung“, die Davis gemeinsam mit dem deutschen Ingenieur Thomas Kaiser eigens für „Radio Zukunft“ entwickelt hat. Davis und Kaiser verfolgen mit dieser Arbeit den Gedanken, dass Radiowellen Photonen sind und diese sich deshalb ähnlich verhalten wie für jeden sichtbares Licht – u. a. eine Erkenntnis, zu der Heinrich Hertz mit seinen Experimenten von 1888 gelangte.

HÖRTHEKE

Große Produktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zum Hören.

Ein Best-of des deutschen, schweizerischen und österreichischen Rundfunks mit Stücken von:
Ror Wolf, Heiner Müller, Dylan Thomas, Eran Schaerf, Philippe Soupault, George Tabori, Wajdi Mouawad, David Zane Mairowitz, Liquid Pinguin Ensemble, Urs Widmer, Eberhard Petschinka, James Joyce, Paul Plamper und She She Pop und vielen anderen mehr.

 

 

 

 

 

Eintritt            je Tag 10,- / 5,-, Festival-Pass: 30,- / 15,-

 

Kontakt            Akademie der Künste, Pariser Platz, 4 10117 Berlin

Janina Niendorf, Ulrike Roesen
Tel. 030-20057-1566 / -1551
niendorf@adk.de, roesen@adk.de

Kulturstiftung des Bundes, Franckeplatz 1, 06110 Halle an der Saale
Antonia Lahmé
Tel. 0345 – 2997-117
antonia.lahme@kulturstiftung-bund.de

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