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Medienstudiengänge in Halle am Ende? – Update: Petition

Laut einer Pressemitteilung sollen die Medien- und Kommunikationswissenschaften der Martin-Luther-Universität in Halle eingestellt werden – immerhin eine Einrichtung, in der ein wesentliches Standbein der Radioforschung zu Hause ist.

Aus der Pressemitteilung des Departments für Medien und Kommunikation:

Sparwut statt Vernunft – Medienstudiengänge an der Martin-Luther-Universität sollen eingestellt werden.

Das Rektorat der Martin-Luther-Universität will die Einschreibungen in die verschiedenen Studienprogramme (Bachelor und drei Masterprogramme) der Medien- und Kommunikationswissenschaften zum Wintersemester 2014/15 einstellen. Mit dieser Maßnahme soll das Auslaufen der Studienprogramme und damit die Schließung des Departments eingeleitet werden. Dieser Prozess wird sich dann noch vier bis fünf Jahre hinziehen. Das Department „Medien- und Kommunikationswissenschaften“ protestiert aufs Schärfste gegen diese willkürliche Einstellung der Studiengänge.

Anlass für diese Maßnahme sind die geplanten Kürzungen in den Haushalten der Fakultäten, die durch die Kürzungen der Zuweisungen des Landes an die Hochschulen in Sachsen-Anhalt ausgelöst wurden. Bereits in dem Papier des Wirtschafts- und Wissenschaftsministeriums, das durch die Veröffentlichung in der MZ bekannt geworden war, war die Schließung der Medien- und Kommunikationswissenschaften als ein möglicher Schritt zur Konsolidierung der Finanzen vorgesehen. Das Papier, dessen Kenntnis Minister Möllring zunächst bestritt und das dann als ‚aus dem Ministerium entwendet‘ gekennzeichnet wurde, wird nun offensichtlich zur Handlungsmaxime des Rektorates.

Das Department bietet sich als ‚Kürzungsopfer‘ scheinbar deshalb an, weil am Department in kurzer Abfolge drei Professuren aus Altersgründen neu besetzt werden müssen. Dies scheint die einzige Rationalität in der geplanten Maßnahme des Rektorates zu sein. Dieses Vorgehen berücksichtigt in keiner Weise die Leistungen des Institutes in Forschung und Lehre, die hohe Auslastung des NC-Studiengangs und die exorbitant hohe Verbleiberquote der Studierenden sowie insbesondere die Leistungen für die Kooperationen von Hochschule und Medienpraxis, wie sie die Wissenschaftsratsgutachten des Jahres 2013 als beispielhaft gelobt haben. Das Land hat den Medienstandort Halle stets als einen zentralen Eckpunkt seiner Medienpolitik angesehen. Der Medienstandort Halle würde somit erheblich beschädigt. Auch die Universität selbst würde durch die Selbstamputation eines zukunftsorientierten Studienprogramms mit seinen zahlreichen Lehrexporten in die Fächer Sprechwissenschaft, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Geschichte, Archäologie und Denkmalpflege erheblichen Schaden nehmen.

In der seit längerer Zeit anhaltenden Diskussion um die Strukturen der Hochschulen des Landes wurde das Department stets hingehalten: Zunächst sollte das Gutachten des Wissenschaftsrates abgewartet werden. Als dieses für das Department sehr positiv ausfiel, waren es die abzuwartenden Strukturvorschläge des Wissenschaftsministeriums, die es abzuwarten galt. Diese liegen immer noch nicht vor, dennoch greift das Rektorat der noch zu führenden Diskussion um zukunftsorientierte Strukturen in den Fakultäten durch diesen Einstellungsbeschluss vor, ohne auch nur mit den Betroffenen gesprochen zu haben.

Das Department erwartet eine sachorientierte Diskussion der Strukturen der Universität in Forschung und Lehre unter Berücksichtigung der Auslastungen der Studiengänge, der von der Universität selbst aufgestellten Leistungskriterien und der besonderen Bedeutung der Studiengänge für die Hochschullandschaft des Landes.

Der Einschätzung des ‚aus seinem Hause entwendeten Papiers‘ durch Minister Möllring kann aus heutiger Sicht nochmals zugestimmt werden, als er sinngemäß ausführte: Dieses Papier könne schon deshalb nicht von ihm stammen, weil die darin enthaltenen Aussagen und Pläne ‚schwachsinnig‘ seien.”

Weitere Informationen unter:

http://www.medienkomm.uni-halle.de/

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