Hans-Flesch-Gesellschaft

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CfP: Darüber hinaus… Populäre Musik und Überschreitungen

…lautet der Titel einer Tagung von IASPM-DACH in Zusammenarbeit mit dem Musikwissenschafltichen Institut der Karl-Franzens-Universität Graz. Hier wird die Tagung vom 20. bis 23. Oktober auch stattfinden. Einreichungen sind bis 31. Mai möglich.

Der volle Call lautet:

“IASPM D-A-CH & Karl-Franzens-Universität Graz:
“And beyond… Popular Music and Transgression(s) /
Darüber hinaus… Populäre Musik und Überschreitung(en)”
Musikwissenschaftlichen Institut, Karl-Franzens-Universität Graz, Österreich
Die zweite Tagung von IASPM-DACH wird in Zusammenarbeit mit dem Musikwissenschaftlichen Institut der Karl-
Franzens-Universität Graz/A durchgeführt. Neben so bekannten internationalen Festivals wie dem Steirischen
Herbst findet in diesem Jahr auch die 11. Ausgabe des elevate Festivals statt, das einen kritisch-politischen Diskurs
und avancierte elektronische Musik, Literatur und Kunst miteinander in Verbindung setzt. Damit ist auch das Thema
unserer Konferenz in groben Zügen umrissen: Populäre Musik und Überschreitung(en): Scheinbar unabhängig von
spezifischen kulturellen und historischen Kontexten scheinen Momente der Überschreitung ein charakteristisches
Merkmal populärer Musiken, ihrer Praktiken, Medien und Theorien zu sein.
(1) Überschreitungen von mit populärer Musik verbundenen Lebensformen und Praktiken:
• Wenn in den Gegenkulturen der 1960/70er Jahre und bis heute Entwürfe anderer Lebensformen
(sexuelle Revolution, DIY) initiiert und Kritik am gesellschaftlichen Status Quo geübt wird.
• Wenn sich in den weltweit vernetzten Szenen elektronischer Musik heute utopische und dystopische
Praktiken in der Nähe zu künstlerischen Avantgarden, als künstlerische Avantgarde oder auch ganz
bewusst in Abgrenzung zu diesen etablieren.
• Wenn populäre Musik z.B. für Flüchtlinge zu einem Mittel wird, mit der Überschreitung politischer,
nationaler Grenzen biographisch umzugehen.
(2) Überschreitungen der medialen Betriebssysteme, Technologien und Techniken populärer Musiken:
• Wenn populäre Musiken mit anderen Kunstmedien (z.B. Beatnik-Literatur, Pop-Art, Medienkunst)
interagieren.
• Wenn Cover, Found Footage, Sampling, Remixes, Re- und Upcycling etc. in allen Medien (Film,
Popmusik, Kunst, Computerspiele, Mode) praktiziert werden.
• Wenn Geschäftsmodelle die institutionellen Grenzen von Kunstbetrieb, Kreativwirtschaft und
akademischem Diskurs überschreiten.
(3) Überschreitungen bei der Erforschung populärer Musik:
• Wenn populäre Musik-Kulturen zum Teil akademischer Forschung und Lehre werden und diese in die
popmusikalischen und -kulturellen Praktiken zurückwirken.
• Wenn eigene Erfahrungen mit und im Medium Pop/populäre Musik theoretisch aufgegriffen werden.
• Wenn sich Popular Music Studies zwischen akademischen Disziplinen und ihren Methoden bewegen und
eigene neue Ansätze generieren.
In letzter Instanz stellt sich jegliches (akademisches) Sprechen über Musik als unvermeidbares Moment der
Überschreitung dar, das auch die Popular Music Studies zu stetiger Selbstreflexion sowie theoretischer und
methodischer Innovation herausfordert.
Die genannten Phänomene werfen eine Reihe von Fragen auf, die im Rahmen der Tagung diskutiert werden sollen:
Welche Interaktionen z.B. zwischen populärer Musik, Kunst und Medienkulturen werden praktiziert und wie
artikulieren sich diese als Überschreitungen? Ist Überschreitung immer ein konstitutives Merkmal populärer
Musik(en) (gewesen)? Welche Formen der Überschreitung haben populäre Musiken in der Vergangenheit zu
dynamischen Feldern kultureller Praxis gemacht? Welche sozialen, kulturellen, moralischen, ästhetischen und/oder
Gender-Grenzen sind von wem und in welche Richtung in der Vergangenheit überschritten worden? Wer legt diese
Grenzen fest, und mit welchen Sanktionsmöglichkeiten haben diejenigen zu rechnen, die sie überschreiten?
Welche Grenzen gibt es überhaupt noch, die überschritten werden können? Wie ist das Zusammenspiel von
Affirmation und Überschreitung in der populären Musik organisiert? Gibt es regressive oder reaktionäre
Überschreitungen? Und ist Grenzüberschreitung im Bereich der populären Musik in jedem Falle ein
begrüßenswertes Phänomen, oder gibt es auch für die Überschreitung Grenzen?
Vorschläge für (90-minütige) Panels, einzelne (20-minütige) Redebeiträge, Diskussionsrunden,
Posterpräsentationen oder andere mediale Präsentationsformate sollen außer dem Titel ein ca. 250 Wörter
umfassendes Abstract enthalten, 5 Stichworte, die den geplanten Beitrag inhaltlich konkretisieren, sowie Name und
akademische Anbindung der Bewerber_in inklusive Kontaktinformationen. Die Vorschläge sind bitte bis zum
31.05.2016 per E-Mail an general_secretary@iaspm-dach.net zu schicken. Über die Annahme der Vorschläge
werden die Bewerber_innen bis zum 15.07.2016 informiert.”

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