Hans-Flesch-Gesellschaft

Forum für akustische Kunst

Denken, Lesen, Schreiben

Ästhetische Kriterien der Hörkunst

Was macht ein Werk der akustischen Kunst gut oder schlecht? Und warum? Gibt es ein Vokabular, das nicht nur vornehmlich auf anderen Kunstformen basiert, sondern originär nur für das Hörspiel angewendet werden kann? Eine Liste, die erweitert werden darf!

- Einordnung der Stimme: Sind die Stimmen unterscheidbar oder nicht?

- Wer spricht? Und warum?

- Gibt es eine Tiefe des Raumes? Wie wird diese genutzt?

- Wie lang sind die benutzten rhetorischen Einheiten? Welcher Rhythmus entsteht? Wie ist die Gewichtung bezogen auf die Gesamtlänge?

- Entsteht eine “erzählerische Illusion” oder ist die Gemachtheit erkennbar?

- Sind die Rollen nach Typ besetzt oder gerade nicht?

- Wie verhält sich das Thema zu den Figuren?

- Wird das Publikum manipuliert? Und wenn ja, wodurch?

- Werden Genres bedient, überspitzt, durchbrochen,…?

- Was ist die Bandbreite der stilistischen Mittel? Wie verhalten sich die Elemente zueinander?

- Was ist die alltagsweltliche Anbindung des Themas? Braucht es die?

- Inwieweit werden Erwartungen erfüllt? Warum werden sie im Zweifel gebrochen?

- Was sind die radiophonen Anforderungen an den Text? Was sind sie im Hinblick auf die Akustik?

- Welche Geräusche werden benutzt? Was bewirken diese?

- Welche Musik wird genutzt? In welchem Verhältnis steht sie zum Text?

- Gibt es im Hinblick auf Inhalt und Form eine “Ethik der Verfahrensweisen”?

- Angesichts der eingesetzten Mittel: Wo endet das Hörspiel – wo beginnen andere Kunstformen? Und: Ist das relevant?

2 Kommentare zu “Ästhetische Kriterien der Hörkunst

  • Corinna sagt:

    Ist das gewählte Thema überhaupt hörspieltauglich und damit hörspielrelevant? Meint: Ist Hörspiel das “richtige” Forum/ Genre zur Auseinandersetzung mit dem Thema? Was bleibt möglicherweise in dem Genre außen vor, was aber möglicherwiese unabdingbar ist zur Erfassenund zum Verstehen/ Begreifen des Themas?

  • Marianne W. sagt:

    - Wie ist die Sprech- bzw. Erzählhaltung:
    Wird gespielt? Gesprochen? Erzählt? Wird O-Ton suggeriert oder benutzt oder in anderer Weise angebliche Authentizität vermittelt? Wird die Stimme als reiner Geräuschegeber, als Klangerzeuger, als Instrument benutzt?

    -Damit verbunden: Wie verhält sich diese Sprechhaltung zum gesprochenen Text: Illustrierend, als Kontrast, kommentierend usw.
    (ähnliche Fragen gelten auch für den Einsatz der anderen Mittel).

    - werden durch den Schauspieler psychologische Verfahrensweisen in der Rolleninterpretation benutzt oder nicht? (gilt natürlich auch für Theater, Film etc.)

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