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Artikel gesucht: “Audio History”

Das e-Journal “nach dem Film” fragt nach dem Zusammenhang von Filmsound und Geschichte. Einreichungen von Ideenskizzen bis zum 14. Juli.

Weitere Informationen aus dem CfP:

“Audio History fragt nach dem Zusammenhang von Filmsound und Geschichte. Im Unterschied zum filmischen Erzählen von Geschichte und der Visual History ist die Audio History des Films bisher noch selten untersucht worden. Zwar haben sich Ton und Sound in der Filmwissenschaft zu einem relevanten Forschungsfeld entwickelt
und werden neuerdings in den Sound Studies als eigenes Gebiet etabliert; die historische Referenz der Ton- und Soundproduktion im Film, sowie ihr Stellenwert bei der Produktion von Historizität wurden jedoch bisher nicht eigens thematisiert. Die Geschichtswissenschaft hat das Erzählen von Geschichte als poetologisches Verfahren
beschrieben und reflektiert, und die Visual History, welche Film und visuelle Bilder erforscht, gilt als eingeführtes Verfahren innerhalb der Disziplin. Aber mit diesem Ansatz wird die auditive Dimension nicht eigens untersucht, sondern ausschließlich Bildlichkeit befragt.

Das Forschungsprojekt „Audio History“ (angesiedelt an der Universität Bremen) vertritt die Hypothese, dass die akustische Dimension des Films einen eigenen Beitrag zur Modellierung von Geschichte liefert. Es lotet aus, wie Filmton und -sound Geschichte auditiv generieren, modellieren und erfahrbar machen können. Dabei werden sowohl die ästhetische Dimension und ihr Potential zur Hervorbringung von Geschichte untersucht, als auch die materielle, technische und kulturelle Dimension der Filmtonproduktion im Hinblick auf geschichtliche Modellierungen. Ziel des Vorhabens ist es, die Bedeutung des Filmtons und -sounds in der Produktion von
Geschichte prominent herauszuarbeiten.

Flankierend zu diesem Projekt steht die kommende Ausgabe des e-Journals nach dem Film ganz im Zeichen der Audio History. Erwünscht sind Beiträge, die die Tonspur nach ihrer Rolle in der Produktion von Geschichte – aber auch nach ihrer eigenen Geschichtlichkeit – befragen. Der Filmton soll demnach auch als möglicher Ort historischer Spuren betrachtet werden. Neben Fragen der Indexikalität kann ebenfalls das Verhältnis zum Bild in den Fokus gerückt werden. Auch medienhistorische Perspektiven sind denkbar: Wie hat sich die audio-visuelle Produktion von Geschichte im Laufe der Filmgeschichte verändert? Gibt es Schnittstellen zwischen
Historiographie und der New Film History? Neben Verbindungslinien zur Rezeptionsforschung sind überdies interdisziplinäre Ansätze erwünscht – beispielsweise zu angrenzenden Disziplinen wie der Musikwissenschaft oder der Sound Studies.

Ziel von nach dem Film No 14 „Audio History“ ist eine möglichst facettenreiche Bestandsaufnahme, die die vorhandene Forschung zu Filmton und Geschichte bündelt und Impulse gibt für neue Herangehensweisen.


Die Beiträge für das e-Journal nach dem Film werden im Peer-Review-Verfahren ausgewählt und kommentiert. Die Texte dürfen eine Länge von 30.000 Zeichen nicht überschreiten. Auch kürzere Beiträge sind willkommen. Bitte schicken Sie Ihr Abstract (max. 500 Wörter) bis 14. Juli 2014 an greiner@nachdemfilm.de. Bei einer positiven Entscheidung über Ihr Proposal bitten wir bis 30.09.2014 um die ausgearbeiteten Beiträge.”

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